Der Victoria Peak in Hongkong – Warum man auch auf mittelmäßige Photos stolz sein kann

Der Blick vom Victoria Peak in Hong Kong ist eigentlich ein typisches Touristen-Motiv und wird sicherlich täglich in tausendfacher Ausfertigung in mehr oder weniger kompakte Digitalkameras gebannt.

Doch, seit der Vorbereitung der Reise hatte ich dieses Bild im Kopf, dass man im Wikipedia-Artikel zu Hongkong findet – und war faszinierert von der Dynamik des Bauens, wo das Wohnen und Leben in drei Dimensionen stattfindet. Außerdem habe ich im Freundeskreis zumindest einen hartnäckigen Abnehmer, wenn es um Nachtpanoramen von Skylines geht – und Freunde wollen nicht enttäuscht werden!

Da ich so wie so auf der Rückreise von Shanghai war und in China eine Kopie immer noch mehr oder weniger als Ehrerbietung an die Qualitäten des Originals angesehen wird – was lag da näher als genau hier sich an einer perfekten Kopie zu versuchen!

Auf dem Rückweg von Shanghai hatte ich im Herbst 2011 drei Nächte in Hong Kong gebucht. Unbedingt wollte ich den Blick vom Victoria Peak fotografieren, da man von hier aus einen wunderbaren Blick von fast 180° auf die Skyline von Hong Kong hat: Im Vordergrund von Sheung Wan über Central bis zum North Point und auf der anderen Seite des Victoria Harbour das Häusermeer von Kowloon.

Der Flieger war aufgrund eines Taifun erst abends anstatt mittags in Shanghai gestartet und hatte dazu aus dem gleichen Grund noch eine Stunde länger gebraucht. Nach dem aufreibenden Flug an mindestens fünf Gewittersystemen vorbei und dem – immerhin erfolgreichen – Durchflug einer Wetterfront war an ein Photo auf dem Peak nicht mehr zu denken.

Am nächsten Tag stellte sich dann schnell heraus, was eigentlich einleuchtend hätte sein müssen: Seit der Übergabe von Hong Kong an China feiert man auch dort am 1. Oktober den Nationalfeiertag – mit einem gigantischen Feuerwerk. Und wenn die Chinesen von „großem Feuerwerk“ reden, dann meint das etwas von einer ganz anderen Dimension als wir Feuerwerke in Europa gewöhnt sind! Einen Platz auf dem Peak zu bekommen war aussichtslos.

Es blieb für dieses Photo also nur der letzte Abend – und damit auch keinerlei Wahl was das Wetter anbelangt. Leichte Sturmböen bliesen Wolkenfetzen nach Wolkenfetzen den Peak hoch. Immerhin gab es kurze Momente, in denen der reguläre Regen kurz aussetzte – meine Chance!

Also habe ich die Kamera auf meinem Reisestativ fertig aufgebaut und eingestellt, die Linse von Regentropfen befreit und das ganze mit einer Plastiktüte abgedeckt. Immer wieder trieben Wolken den Berg hoch und sorgten für vertikalen Regen. Während der Wolken-Attacken fand ich hockend hinter einer Glasbrüstung Schutz. Im Windschatten blieb ich dabei wenigstens einigermaßen trocken.

Dabei gibt es an dieser Stelle zwei Probleme: Um die Tiefe im Bild zu steigern, muß man an dieser Stelle schon einen sehr großen Bildwinkel aufnehmen.

In den kurzen Regenpausen konnte ich so einfach aufstehen, die Tüte abziehen und zumindest ein, zwei Photos machen!

 

Weiter Beitrag

Zurück Beitrag

Antworten

© 2019 L8-WorX

Thema von Anders Norén