Packliste Skandinavien-Kreuzfahrt

Es steht eine Reise mit dem Schiff durch das Kattegat und die Nordsee an. Eine Woche lang und mit der erweiterten Familie – das sind sechs Menschen in drei Generationen. Es wird bestimmt spannend und für ergibt bestimmt genug Möglichkeiten für Fotos.

Los geht es in Warnemünde und unterwegs werden wir mehrere Häfen anlaufen: Kopenhagen, Göteborg, Oslo und Stavanger – dann geht es zurück nach Hamburg.

Fotografisch wartet vermutlich ein Gemischtwarenladen auf mich. Die Anreise ist zwar mit einem Mietwagen kein begrenzender Faktor, aber in den Hafenstädten werde ich zu Fuß unterwegs sein und die Ausrüstung allein tragen müssen. Die Fototasche ist gepackt, und folgendes ist drin:

  • Jack Wolfskin ACS Photo Pack
    • Kamera Canon EOS 5D MK III
      • Objektiv Canon EF 24-105 mm f/4L IS USM
      • Objektiv Canon EF 50 mm f/1.4 USM
      • Objektiv Canon EF 17-40 mm f/4 USM
      • Objektiv Sigma 70-200mm 1:2,8 EX DG OS HSM
        • Telekonverter Sigma APO 2x EX DG
      • Zirkular-Polarisationsfilter Rodenstock Digital Pro 77 mm
        • Zirkular-Polarisationsfilter Walimex Pro 77 mm (Ersatzteil)
      • 1 Grauverlaufsfilter (Kompatibel zu Cokin P, aus China, Marke unbekannt)
      • Cokin 3-fach-P-Halter
      • Hoya Pro ND64 77 mm
    • Reisestativ Sirui T-025X
    • Tragegurt Sun-Sniper Steel
  • 3 x Akkus LP-E6N bzw. Patona für die Kamera und 1 x Ladegerät LC E6E
  • Image Tank NEXTO eXtreme ND2700

Es wird mein erster Einsatz der Vollformat-Kamera sein und ich werde mich vielseitig umgewöhnen müssen – einerseits was die eingesetzten Brennweiten angeht und andererseits auch die Bedienung der Kamera selbst: Die meisten Knöpfe sind im Vergleich zur EOS 50D gewandert oder anders belegt. Beispiel? Bitte: Ablenden ist nun mit der rechten Hand zu bedienen anstatt mit links. Wiedergabe und Menü sind links neben dem Display anstatt darunter. Weißabgleich, Autofokus und ISO sind noch in gleicher Folge nebeneinander, aber der Taster für die Display-Beleuchtung ist von ganz links nach rechts gewandert, so dass die Reihenfolge beim blinden Bedienen nicht mehr stimmt. Überhaupt ist der ganze Autofokus hochgradig anders. Das wird wirklich eine Herausforderungen. Immerhin hat sich die blinde Bedienung der EOS 50D inzwischen seit fast acht Jahren eingeschliffen. Einen alten Baum entwurzelt man nicht mal so eben. Und dazu kommt noch, dass ich mit dem Umstieg der Kamera nun auch die Handhabung auf Back-Button-Fokus umgestellt habe.

Ich sehe verschiedene Szenarien auf der Reise, weshalb ich mit relativ vielen Objektiven losfahre. Es sind immerhin vier Objektive und ein Konverter. Womit rechne ich genau?

  • Das Teleobjektiv ist aus zwei Gründen dabei: Es hat sich für mich als ideales Objektiv für Portrait-Aufnahmen von meinem Sohn heruasgestellt: Er wird bei der Reise etwa dreieinhalb Jahre alt sein und ist flott und wuselig unterwegs. Natürliche Portraits funktionieren da sehr gut mit etwas Abstand und einer hohen Lichtstärke.
    Im Oslo-Fjord und in den Schären vor Stavanger und Göteborg gibt es einige kleinere aber je nach Lichtsituation reizvolle Leuchttürme. Enges vorbeifahren an Inseln ist mit den großen Schiffen entweder nicht möglich – oder seit der gekenterten Costa Concordia einfach nicht mehr so populär wie früher. Ich brauche also ein Leistungsstarkes Tele-Objektiv für Schüsse aus der Hand bzw. auf die Reling aufgelegt. Je nach Entfernung wird dann auch der Konverter zum Einsatz kommen. Ich hoffe, dass die Kombination am Vollformat-Sensor eine bessere Performance abliefert als am ABS-C-Sensor der EOS 50D. Da war auch im Zentrum nicht mehr die volle Schärfe zu erreichen und der Konverter damit obsolet.
    In den Städten werde ich das Teleobjektiv und Konverter eventuell im Boot lassen um das Gewicht zu sparen – oder durch Getränke, Kekse oder anderes, wichtiges Kinderzubehör im Rucksack zu ersetzten.
  • Das Weitwinkel werde ich für Landschaftsaufnahmen der Schärengärten, des Lysefjords und von Brücken in Kopenhagen, Göteborg und Hamburg verwenden. Ich gehe davon aus, dass ich in der Altstadt von Kopenhagen, Stavanger und an der Oper und in Aker Brygge in Oslo ebenfalls wegen Platzmangels auf ein Weitwinkel zurückgreifen muss.
  • Die Festbrennweite mit 50 mm nehme ich als reines Portrait-Objektiv mit. Für Photos im Schiff und auf dem Deck bei Dämmerung und Nacht soll mir die Lichtstärke mit den Möglichkeiten der 5D MK III helfen, ganz bewusst auf Blitzlicht zu verzichten. Das fände ich im inneren des Schiffes mit Rücksicht auf die anderen Passagiere so wie so unangebracht.

In der Frage nach dem Stativ habe ich mich gegen das stabilere Manfrotto aus Gewichts und Platzgründen entschieden. Die meisten Bilder werde ich so wie so aus der Hand schießen, der Einsatz wird auf einige wenige Einsätze im dunklen Hafen begrenzt bleiben. Das auf den Wellen bewegte Schiff schließt eine Benutzung des Stativs an Bord für Landschaftsfotos so gut wie aus. Es sei denn, man möchte durch Leuchtspuren die Bewegung des Schiffs sichtbar machen. Ein solches Bild steht durchaus auf meinem Plan.

Der Image-Tank ist bei Bildgrößen von ca. 28 MB pro Bild bei der 5D MK III trotz doppeltem Kartenschacht jetzt Pflicht. Zumal leider meine Sammlung CF-Karten nach der Ankunft von der Reise in den Cotentin zusammen mit den Bildern des Leuchtturms von Cap de la Hague verloren gegangen ist. Diese eine Karte hatte ich noch nicht auf den Image Tank überspielt. Alle vorherigen schon. Ein Image Tank ist also eigentlich immer eine gute Idee.

Des weiteren wird mich meine GoPro begleiten:

  • Kamera GoPro Hero 4 Black
  • 3 x reguläre Akkus sowie ein „BacPac“-Akku
  • Stativadapter, Stativklemme, Kopfband-Halter

Mit der Action-Kamera habe ich nichts konkretes vor, außer mich mit der Arbeitsweise vertraut zu machen und eventuell ein wenig mit Zeitraffer-Aufnahmen zu experimentieren. Glücklicherweise ist sie klein und leicht und fällt im wahren Wortsinn nicht weiter ins Gewicht.

Momentan überlege ich noch, ob die Zeiss Icon Contaflex noch mit ein oder zwei Ilford XP2 Super mit auf die Reise kommt – einfach weil ich Lust darauf habe, so etwas mal zu tun.

 

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