Südskandinavien 2017 – Tag 2 – Kopenhagen

Meine erste Nacht an Bord beginnt unspektakulär: Ich bin müde und alle anderen sind es auch. Obwohl ja viele Gäste das Schiff wegen den sturmbedingt ausgefallenen Zügen schwer – und einige Gäste wohl auch gar nicht – erreicht haben liegt das Schiff sehr ruhig im Wasser als wir Warnemünde verlassen. Nichts wackelt – vom Sturm ist nichts mehr zu merken. Am Molenturm gleitet die AIDAmar langsam vorbei und es stehen einige Leute beim schlechten Wetter am Fuß des Leuchtturms und winken uns zu. Es ist die letzte Abfahrt einer AIDA in diesem Jahr. Drei Hafenbarkassen beladen mit Gästen begleiten uns bis zu den Molentürmen und kehren dann um. Es ist inzwischen dunkel, nur noch ein Hauch von Dunkelblau ist im Nachthimmel zu erkennen. Es ist die erste Reise mit der EOS 5D MK III und ich bin gespannt, wie sie sich schlägt. Ich hoffe auf das bessere Rauschverhalten gegenüber der EOS 50D. Aber Anfangs bin ich noch zu vorsichtig mit der Wahl der ISO. So gehen mit die meisten Bilder vom Auslaufen aus Warnemünde verloren durch Verwackelungen – trotz Stabilisator am Objektiv. Früh aufgestanden, 500 km bei schlechtem Wetter und viel zu organisieren. Die Anreise hinterlässt Spuren und lässt mich früh einschlafen.

Am Morgen hat das gute Wetter sich durchgesetzt. Ich bin erst oben auf Deck, als das Schiff bereits festgemacht hat. Die Sonne kommt für ein paar schöne Bilder heraus. Heute gibt es „großes“ Frühstück für mich im Bella-Donna-Restaurant mit Rührei und Speck – so wie die Briten das machen. Denn das britische Frühstück ist seinerzeit dazu erdacht worden, morgens so viel zu essen, wie man bis zum Abend braucht. Und so will ich es heute auch machen.

Die Garnisonsinsel vor dem Innenstadthafen von Kopenhagen: Als die Deutschen im zweiten Weltkrieg kamen, schlief die Besatzung noch. Auch heute scheint es hier sehr ruhig.

Die Garnisonsinsel vor dem Innenstadthafen von Kopenhagen: Als die Deutschen im zweiten Weltkrieg kamen, schlief die Besatzung noch. Auch heute scheint es hier sehr ruhig.

Es geht zum ersten Landgang: Die Sonne scheint manchmal durch die Wolken. Von unten sieht das Schiff doch ganz schön groß aus! Die vielen Leinen geben dem Bild schöne Diagonalen.

Ein Stück weiter komme ich an die alte Festungsanlage. Und hier war ich schon einmal – lange ist es her! Das war im Sommer 2000, und ich errinnere mich an diesem Ort an schlechte Laune aber gutes Wetter und bunte Farben der Häuschen. Ambivalente Gefühle für diesem Tag – und obwohl er tolle Motive bieten könnte gehe ich heute einfach weiter daran vorbei.

Weiter die Langelinie hinauf geht es in Richtung Stadtzentrum bis zum Schloss Amalienborg. Inzwischen ist es schon fast Mittag: Die Wachablösung auf dem königlichen Hof steht an. Es stehen schon viele Menschen dort – vermutlich sind die Wachen am Schloss mit die am meisten fotografierten Menschen Dänemarks – noch vor der königlichen Familie selbst. Denn die bekommt man ja nicht so oft zu sehen. Dabei haben die dänischen Gardisten ähnliche Bärenfellmützen wie die britischen Wachen. Das macht sie sehr schwer zu belichten: Das Gesicht soll gut abgestuft sein, aber die schwarze Mütze nicht als Schatten im Bild versinken. Als gutes Mittel stellt sich eine Gegenlichtaufnahme heraus – die hebt den Rand des Fells hell hervor. Begeistert bin ich von der Treffgeauigkeit und der Geschwindigkeit des Autofous der EOS 5D MK III – das wird mir hier das erste Mal bewußt! Leider ist es natürlich Mittagslicht, und so ist die Gegenlichtsituation auch eher eine Schräglicht-Situation: Und war schräg von oben!

Die Sonne ist jetzt schon ein Stück herum gewandert und kommt auch immer öfter mal hinaus. Wir laufen entlang des Nyhavn, des alten Binnenhafens. Hier liegen ein paar alte, restaurierte Schiffe entlang der bunten Häuserfronten. Menschen sitzen draußen in der Sonne und genießen noch die schöne Oktobersonne. Überhaupt sind viele Menschen hier unterwegs. Auf der anderen Seite ist leider Schatten, gerade dort wo ein altes Leuchtfeuerschiff liegt. Aber der Blick auf die bunten Häuser am Nyhamn ist beeindruckend. Ein Touristenmotiv, na klar. Aber sobald einmal kurz die Sonne herauskommt ist es das rienste Polfilter-Motiv: Die Farben springen mit durch die Linse regelrecht an. Und die Details auf den alten Schiffen haben es mir mindestens genauso angetan.

Bald gehen wir weiter zum Schloss Chrisitiansborg und dort machen wir erst mal auf den Stufen des Denkmals auf der Rückseite eine Pause. Das Schloss ist sehr groß und beherbergt alle drei Staatsgewalten des Staates Dänemark. Entsprechend massiv ist es gebaut – vermutlich um die Macht darzustellen.

Am neuen Nationaltheater vorbei – das gab es vor 17 Jahren hier noch nicht – geht es die Langelinie zurück. Am alten Hafenkran fängt es an zu regnen, aber dafür bekommen wir auch einen schönen Regenbogen!

Da bekomme ich eine Nachricht von Mareike – heute gibt es eine Auszeichung, wenn man einen Earthcache macht! Wie praktisch, dass an der Ecke zur alten Festung einer ist: Die Kirche dort ist komplett mit Feuerstein verkleidet! Gäbe es kein Geocaching, ich wäre daran vorbei gelaufen. Auf dem Weg zurück zum Schiff mache ich schnell noch ein paar Fotos von der kleinen Meerjungfrau – die sitzt auf Ihrem Stein und ist wirklich nicht groß. Um sie zu finden, braucht man nur zu der Stelle zu laufen, an der die großen Gruppen asiatischer Touristen stehen. Aber ich habe ein Teleobjektiv – und damit kann ich ganz bequem hinter den Asiaten stehen (die meistens im Vergleich zu meinen 1,90 m auch eher klein gewachsen sind) und bequem über sie hinweg die Meerjungfrau fotografieren. Praktisch.

Und ein paar Meter weiter, wo es ruhiger ist, finden wir an einem Fahnenmast dann auch den Geocache. Und er ist große genug. Jetzt bin ich zufrieden, kann ich doch die „Kleine Meerjungfrau“ jetzt dem Spiel übergeben. Sie soll nämlich eine Regatta fahren: Mit allen anderen Booten, die wir aussetzen geht es darum, welches Boot als erstes in Hamburg ist.

Zurück an der AIDA kommen wir noch gerade rechtzeitig zum Kaffee! Etwas Erholung und nach 18 Uhr legen wir schon wieder ab nach Göteborg. Zum Ablegemanöver bin ich wieder oben auf dem Deck 12 um Photos zu machen. Wir laufen kurz nach Sonnenuntergang aus und es ist die ideale Zeit für Fotos: Der Rest eines bunten Himmels und dazu schon die Beleuchtung in der Stadt.

Dazu hat der Regen aufgehört und die Temperaturen sind angenehm warm. Langoma gleitet unser Schiff an der kleinen Insel mit dem Fort und mehreren Leuchttürmen vorbei ins Meer. Hier haben sie im weiten Weltkrieg geschlafen, als die Deutschen kamen. Damals gab es erst Alarm, als genau wie wir ein Schiff aus Deutschland kam und hunderte Deutsche direkt an der Langelinie an Land gelassen hat. Nur dass wir heute erwünscht sind und nur gucken wollen – wir wollen diesmal nur im übertragenen Sinn das Land erobern wollen.

Am Molenfeuer von Kopenhagen vorbei geht es weiter auf die Ostsee hinaus in Richtung Göteborg.

Am Molenfeuer von Kopenhagen vorbei geht es weiter auf die Ostsee hinaus in Richtung Göteborg.

 

Das war es dann aber auch schon mit Dänemark – morgen sind wir in Schweden. Das erste mal, denn ich war noch nie in Schweden!

Zum Abendessen treffen wir uns wieder alle im Bella-Donna-Restaurant, aber der Abend endet früh: Immerhinbin ich auch heute Nacht wach gewesen und daher auch ein wenig müde.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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