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Objektivschwemme

Es ist zwar noch nicht August, aber doch ein wenig so, wie wenn der Perseiden-Strom uns auf der Erde mit Meteoren beschießt: Innerhalb kurzer Zeit sind mir gleich drei neue Objektive zugeflogen! Eigentlich viel zu schnell, um sie alle in Ruhe nacheinander ausprobieren zu können. Nicht, dass ich nicht derzeit noch andere Dinge zu tun hätte – und auch das Studio ist noch nicht endgültig fertig gestellt.

Eines zeichnet dabei alle drei Objektive aus: Es handelt sich ausschließlich um Festbrennweiten. Das ist durchaus Absicht, denn bisher verfüge ich nur über deren zwei, die vom Brennweitenbereich sehr nah beieinander liegen: Das Canon EF 50 mm 1:1.4 USM und das Canon 40 mm 1:2.8 STM.

Ich habe mich entschieden in Zukunft öfter mit Festbrennweiten fotografieren zu wollen. Und dafür habe ich erst einmal eingekauft! Damit das alles nicht zu teuer wird, habe ich mich mal wieder für den Gebrauchtmarkt entschieden.

Das Sigma 15 mm 1:2.8 EX DG FISHEYE habe ich schon lange im Auge. Bisher habe ich es mir nie gekauft, da es mir zu viel Geld für eine Nischenanwendung war. Da ich aber gemerkt habe, dass ich über die letzten Jahre immer wieder mit meinen Gedanken daran hängen geblieben bin, habe ich endlich zugeschlagen, als sich eine günstige Möglichkeit ergab.

Was will ich mit damit anstellen? Ich habe zwar vier Anwendungen im Kopf, alle davon sind aber eher seltene Einsätze:

  1. Kugelpanoramen: Mit dem Objektiv sollte es möglich sein, mit sechs Aufnahmen ein komplettes Kugelpanorama zu schießen. Und dabei sollte die Menge an verwertbaren Pixeln immer noch ein Vielfaches dessen sein, was aktuell bezahlbare 360°-Kameras so liefern. Nur werde ich dazu am besten noch einen Panoramakopf und etwas Zeit benötigen.
  2. Nachthimmel und Milchstraße: Mit diesem Objektiv sollte man doch einen großen Anteil des Nachthimmels auf den Sensor bekommen ohne ein Panorama verknüpfen zu müssen. Die Lichtstärke von f/2,8 sollte ideal dazu sein. Das Motiv wird die Bildverzerrungen recht gut tolerieren.
  3. Krasse Portraits! Ein Weitwinkel geht nicht für Personenaufnahmen? Es verfälscht die Körperproportionen? Eben! Für den Personalausweis-Bilder und klassische Portraits in der Tat eher nicht geeignet, aber wenn es kreativ oder dramatisch werden soll? die Naheinstellgrenze ist mit 15 cm dafür auch hinreichend klein. Photo- und Modellmensch sollten nur keine Angst vor Nähe haben. Bitte nur vorsichtig verwenden – der Effekt nutzt sich rasch ab.
  4. Natur von unten! Bäume und Gräser als Rahmen für Bilder. Das will ich gern mal probieren.

Das Canon EF-S 24 mm f/2.8 STM haben ich eigentlich nur gekauft weil ich so begeistert vom EF 40 mm f/2.8 STM bin. Es ist so ziemlich das schärfste Objektiv, das man bei Canon für Geld kaufen kann – vor allem aber für sehr, sehr schlankes Geld. Vom Preis-Leistungsverhältnis her gibt es kaum etwas Besseres – außer vielleicht das alte (aber dann bitte mit Metallbajonett) oder aktuelle 50 mm f/1.8. In Sachen „kompakt“ gibt es nichts Vergleichbares zu einem Pancake-Objektiv.

Wo das EF 40 mm f/2.8 STM flexibel am Vollformat und in leichter Portrait-Brennweite am APS-C-Sensor funktioniert, ist das 24 mm mit dem EF-S-Bajonett schon physikalisch leider nur für die Crop-Kameras geeignet. Aber in meiner mobilen Einsatztasche ist es ideal aufgehoben. Ob es mich aber so begeistern wird wie das 40er, dass wird sich noch herausstellen müssen. Für nur rund 100 € ist es den Versuch einfach mal wert!

Das Canon EF 85 mm f/1.8 USM wiederum stand schon lange auf der Liste der Objektive meines Verlangens. Ein wahrer Klassiker der Portrait-Fotografie. Für mein Studio vermutlich selbst am Vollformat etwas zu lang – eher nur für Kopf-Portraits oder Body Parts. Für draußen aber bestimmt perfekt. Tausende von Portrait-Fotografen können sich nicht irren!

Man könnte einwenden, dass die 85 mm auch recht Lichtstark im 70-200 mm f/2.8 enthalten sind. Das stimmt. Aber eine Blende von f/1.8 ist ja noch mal etwas besser. Und überhaupt: Wieso argumentieren? Ich wollte das Ding schlichtweg haben. Punkt!

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